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Case Study: Mehr Kostentransparenz und besserer Service für die Berliner Verwaltung

Der Berliner Landesbetrieb für Informationstechnik (LIT) betreibt das Asset Management für den Bereich Telekommunikation jetzt auf der Basis von Microsoft .NET. Die greifbaren Erfolge: mehr Transparenz und besserer Service.
 
Landesbetrieb für Informationstechnik Berlin (LIT)

Softwareentwicklung

Der Landesbetrieb für Informationstechnik (LIT) profiliert sich im Bereich Telekommunikation als führender Dienstleister für die Verwaltung Berlins: Eine .NET-basierte Lösung bringt Bestands- und Kostentransparenz in das Asset Management für mehrere hundert Telekommunikationsanlagen und etwa 50.000 Endgeräte. Zugleich sinkt der Aufwand im zuständigen Geschäftsbereich um rund zehn Prozent. Beinahe noch wichtiger: Die betreuten Senatsverwaltungen und Bezirksämter profitieren von verbessertem Service, und der Landesbetrieb festigt seine Position im Wettbewerb mit anderen Anbietern.

Der Landesbetrieb für Informationstechnik unterstützt als Dienstleister die Behörden im Land Berlin, der Bundeshauptstadt, wenn es um mehr Effizienz geht. Das LIT-Portfolio umfasst alle wichtigen zentralen Verwaltungsverfahren rund um Verbrechensbekämpfung, Haushalt, Steuern und Soziales. Daneben entwickelt und betreut der Landesbetrieb aber auch individuelle Fachanwendungen im Auftrag einzelner Landesbehörden. Innovative Telekommunikationslösungen runden das Leistungsangebot ab. Sie stützen sich zumeist auf das Berliner Hochgeschwindigkeitsnetz MAN (Metropolitan Area Network), das ebenfalls unter der Regie des LIT betrieben wird.

Voraussetzung für marktgerechten Service

Bis vor wenigen Jahren selbst noch ein Amt, behauptet das städtische Unternehmen sich heute im freien Wettbewerb mit anderen Anbietern. Und dies mit nachhaltigem Erfolg: Trotz chronisch angespannter Haushaltslage in Berlin wächst der LIT und schreibt schwarze Zahlen. Der wirtschaftliche Erfolg kommt nicht von ungefähr, sondern resultiert aus unternehmerischem Handeln, konsequenter Service-Orientierung sowie aus der genauen Kenntnis des spezifischen Bedarfs der Kundengruppe. Noch etwas kommt hinzu: „Dank des breiten Leistungsspektrums können wir maßgeschneiderte Komplettlösungen gebündelt aus einer Hand anbieten. Das ist für unsere Kunden natürlich besonders attraktiv“, sagt Konrad Kandziora.

Der Leiter des Geschäftsbereichs – zuständig für das Berliner Landesnetz für Sprach- und Datenkommunikation – hat maßgeblichen Anteil am Umbau des ehemaligen Amtes zu einem wettbewerbsfähigen Dienstleistungsunternehmen. Im Bereich Telekommunikation haben er und seine Mitarbeiter frühzeitig die Voraussetzung für marktgerechten Service geschaffen. „Es ging uns in erster Linie um Bestands- und Kostentransparenz für mehrere hundert Telekommunikationsanlagen mit insgesamt rund 50 000 Nebenstellen“, berichtet Konrad Kandziora.

Entsprechend groß ist die inzwischen angewachsene Datenmenge. „So groß, dass sie mit Microsoft Access oder anderen Office-Tools nicht mehr angemessen bearbeitet und ausgewertet werden konnte“, konstatiert German Scherer, Bereichsleiter Softwareentwicklung bei der NTeam GmbH.

Zukunftssicher und skalierbar

Gemeinsam mit dem Landesbetrieb hat das Beratungs- und Entwicklungsunternehmen aus Berlin eine neue, .NET-basierte Lösung mit dem Namen Feincheck konzipiert. Anders als die Altlösung ist Feincheck zukunftsoffen und skalierbar. „Sie trägt damit den Wachstumschancen Rechnung, die sich dem LIT gerade auf dem Feld innovativer Sprach- und Datenkommunikation eröffnen“, ist Konrad Kandziora optimistisch. Der Marktsektor Öffentliche Verwaltung umfasst in Berlin zirka 150.000 Telekommunikationsnutzer, und mit dem landeseigenen MAN verfügt der LIT über eine ideale Infrastruktur für deren flächendeckende Versorgung.

Die .NET-basierte Anwendung von NTeam ist um den Microsoft SQL Server 2000 zentriert. Das Datenbanksystem bildet sämtliche Stammdaten-Beziehungen – zum Beispiel zwischen Endgerät, Anwender und Standort – in seiner relationalen Tabellenstruktur ab. „Performance-Probleme, mit denen die etwa 30 Anwender im Geschäftsbereich V früher zu kämpfen hatten, sind heute vollständig vergessen“, nennt German Scherer als auffälligsten Unterschied zur Altlösung.

Informationswert der Daten steigern

Der Einsatz der Microsoft-Datenbank bringt aber auch funktionellen Mehrwert, und zwar dank fortgeschrittener Analysewerkzeuge. „Für komplexe Auswertungen nutzt die Anwendung die integrierten OLAP-Fähigkeiten des SQL Server“, erläutert German Scherer. OLAP steht für Online Analytical Processing und überwindet frühere Limits bei der Nutzung zweidimensionaler Tabellendaten. So genannte OLAP-Cube verdichten komplexe Fragestellungen zu mehrdimensionalen Auswertungen und steigern damit den Informationswert des zugrunde liegenden Datenmaterials. Der spezielle Vorteil beim OLAP mit SQL Server: „Unterschiedliche Fragedimensionen lassen sich äußerst flexibel und damit sehr schnell – zum Beispiel auch mit Microsoft Excel – zusammenstellen“, sagt German Scherer, dessen Unternehmen sich jüngst wieder zum Microsoft Gold Certified Partner für Business Intelligence qualifiziert hat. Für Konrad Kandziora bringt der Informationsgewinn dank OLAP folgenden Effekt: „Die hoch differenzierten monatlichen Leistungsabrechnungen stehen heute per Mausklick in Sekundenschnelle zur Verfügung.“

Die Datenbank bildet das Fundament einer in Schichten gegliederten Lösung. Die funktionale Logik hat NTeam mit Visual Basic .NET, die Client-Oberfläche mit Windows Forms realisiert. „Die Entwicklungsumgebung Visual Studio .NET hat uns einen Produktivitätsschub von bis zu 30 Prozent gebracht“, freut sich German Scherer. „Außerdem können wir in der Entwicklungsphase sehr viel flexibler als früher auf die Wünsche der Anwender eingehen.“ Konkret betrifft das zum Beispiel zusätzlichen Komfort bei der Suche nach bestimmten Nebenstellen, der im Arbeitsalltag des Geschäftsbereichs V heute eine Menge Zeit einspart.

Zehn Prozent weniger Aufwand

„Insgesamt ist der Aufwand dank Feincheck um etwa zehn Prozent gesunken“, schätzt Konrad Kandziora. Zudem ermöglicht die .NET-basierte Lösung umfassende Auswertungen: „Erstmals können Leistungen und Kosten detailliert zugeordnet werden – ein Muss, wenn es um konkurrenzfähigen Kundenservice geht“, findet der Geschäftsbereichsleiter.

Fast noch wichtiger ist ihm die Servicequalität: Seine Mitarbeiter können jetzt viel schneller und flexibler auf Kundenanforderungen reagieren als früher. Beispielsweise ermöglicht eine Importfunktion für komplette Nummernblöcke bei Umzügen von Abteilungen oder ganzen Ämtern, den neuen Standort kurzfristig einzuarbeiten. Die Optimierung im Geschäftsbereich V wirkt sich mittelbar auch auf die Produktivität der vom LIT betreuten Verwaltungseinheiten aus. „Guter Service“, ist Konrad Kandziora überzeugt, „braucht eben eine solide Informationsbasis.“ Und das ist der NTeam GmbH mit Feincheck eindrucksvoll gelungen.

Optimierung durch Integration

Die Bereinigung der Altdaten ist abgeschlossen; die Lösung läuft im Routinebetrieb. Nicht abgeschlossen ist der Integrationsprozess, den Feincheck im LIT ausgelöst hat. So ist mittlerweile die komplette Auftragsverwaltung in die .NET-Lösung integriert. Jährlich rund 6.000 Aufträge an externe Dienstleister mit einem Gesamtvolumen von etwa 21 Millionen Euro werden inzwischen weitgehend automatisiert bearbeitet: Die Feincheck-Lösung bestückt dafür eine standardisierte Word-Vorlage mit den relevanten Standort- und Gerätedaten, generiert eine entsprechende E-Mail und hängt den Auftrag als Word-Dokument an – alles ohne Papier und Zeitverlust.

Als nächsten Optimierungsschritt plant Konrad Kandziora die Synchronisation von Feincheck mit einer technischen Datenbank, die zugehörige Bau- und Kabelpläne enthält. „Auch hierbei“, ist sich German Scherer sicher, „wird sich die Integrationskraft der offenen .NET-Architektur von Feincheck bestens bewähren.“ Und auch hier wird die Entwicklung nicht stillstehen: In Zukunft wird die Auswertung der vorhandenen Daten und deren Darstellung, Verteilung und Veröffentlichung als Bericht drastisch vereinfacht durch den Einsatz zweier neuer Tools, den Microsoft SQL Reporting Services und den Windows SharePoint Services.