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Case Study: Neue Verwaltungslösung für Betriebsmittel

Mit einer modernen Datenbanklösung und webbasierten Zugriffsmöglichkeiten hat die Bewag ihre Betriebsmittel besser im Griff
 
Bewag AG und Co. KG

Softwareentwicklung

Der Berliner Wärme- und Energieversorger Bewag AG & Co.KG hat seine Betriebsmitteldatenbank im Bereich der Nieder- und Mittelspannung modernisiert. Er löst die vorhandene, auf einem Großrechner laufende ADABAS-Datenbank ab und setzt künftig auf den Microsoft SQL Server 2000. Dieser ist wesentlich günstiger als die Vorgängerlösung, bietet Schnittstellen zu anderen IT-Bereichen im Unternehmen und ist einfacher in der Bedienung und Administrierung. Mit Unterstützung des Microsoft Gold Certified Partner NTeam GmbH in Berlin wurden die vorhandenen Daten innerhalb kürzester Zeit neu aufbereitet und auf den SQL Server übertragen. Zudem erhielten die rund 1.000 Nutzer durch die Entwicklung einer Microsoft ASP .NET-basierten Webanwendung bessere Zugriffs- und Auswertungsmöglichkeiten.

Die neue Betriebsmitteldatenbank soll künftig auch mit anderen Systemen, zum Beispiel der kaufmännischen SAP-Applikation und dem Netzinformationssystem (NIS) der Bewag, verbunden werden.

Der Berliner Strom- und Wärmedienstleister Bewag AG & Co. KG rüstet sich im Bereich Business Intelligence für die Herausforderungen der Zukunft. In den verschiedenen Geschäftsbereichen und Abteilungen wird die IT dafür um- und aufgerüstet. Davon war unlängst auch die Betriebsmitteldatenbank für die Nieder- und Mittelspannungstechnik des Versorgers betroffen. Darin verwaltet der Energieversorger das komplette technische Equipment von rund 10.000 Berliner Transformatorstationen – hier wird die Spannung von 10.000 Volt auf etwa 400 Volt heruntertransformiert – und zirka 15.000 Verteilerschränken. „Die alte, auf einem ADABAS-System basierende Betriebsmitteldatenbank VN-BEM war über 20 Jahre in Betrieb und lief zuletzt auf dem Großrechner BS2000”, erinnert sich Thomas Boche, Projektleiter der Betriebsmitteldatenbank und zuständig bei der Bewag für die Beschaffung und Verarbeitung von Verteilnetztransformatoren. „Auf Grund der hohen Unterhaltskosten für die Großrechneranlage lohnte sich der Betrieb der Datenbank nicht mehr. Die Geschäftsleitung zog wegen der hohen Kosten einen Schlussstrich“, ergänzt Boche.

Ohnehin waren die Auswertungsmöglichkeiten der alten Datenbank beschränkt. „Um Auswertungen zu fahren, waren Programmiertätigkeiten nötig. Man hatte Schwierigkeiten, an Berichte und spezielles Datenmaterial zu gelangen”, erläutert Boche. Mit Hilfe eines so genannten Supernet-Tools sei dies zwar möglich gewesen, je nach Feldauswahl und Tabellen sei man allerdings oft zu unterschiedlichen Zahlen und Ergebnissen gelangt. „Es gab immer wieder Diskussionen, welche Zahlen nun die richtigen sind“, meint Boche. Oft habe man zwei Tage zu tun gehabt, bis man eine Auswertung einigermaßen hingekriegt habe.

Schneller Entwicklungsprozess

Die Bewag suchte daher nach einer günstigen und zeitgemäßen Datenbank, die raschen Zugriff, zügige Berichterstattung und schnellen Überblick über die verbaute Technik erlaubt. Eine wesentliche Anforderung an die neue Lösung war zudem, dass sie webbasiert sein sollte. „Wir haben ungefähr 150 Anwender mit schreibendem Zugriff und über 800 mit lesendem Zugriff. Da bietet sich eine Webanwendung einfach an“, sagt Boche. Im Sommer 2004 beauftragte die Bewag den Microsoft Gold Certified Partner NTeam GmbH mit der Entwicklung der neuen Betriebsmitteldatenbank auf Basis von Microsoft SQL Server 2000 und Microsoft ASP .NET. Der Berliner IT-Dienstleister realisiert Business Intelligence-Lösungen fast ausschließlich mit diesen Technologien und hat nach Aussagen von Projektleiter German Scherer mit ASP .NET sehr gute Erfahrungen gemacht. Auch die schnellen Entwicklungsmöglichkeiten waren ein Entscheidungskriterium für die Microsoft-Lösung. Denn für den Transfer der Daten aus der alten Betriebsmitteldatenbank auf den SQL Server und die Entwicklung der .NET-Applikation blieb der NTeam GmbH nur wenig Zeit: „Wir hatten nur zwölf Wochen für die gesamte Realisierung. Das war jedoch kein großes Problem, denn Visual Studio .NET von Microsoft bietet ausgezeichnete Programmiermöglichkeiten“, betont Scherer.

Die Betriebsmitteldatenbank wurde auf Microsoft SQL Server 2000 umgesetzt. Daten wurden bereinigt und neue Masken entworfen. Zugriffs-, Nutzungs-, Analyse- und Auswertungsmöglichkeiten wurden durch eine Microsoft ASP .NET-Anwendung realisiert.

ROI binnen Monatsfrist

Finanziell hat sich die Ablösung der alten Betriebsmitteldatenbank zum 26. Juli 2004 für die Bewag binnen kürzester Zeit gelohnt. „Ein Monat Miete der alten Großrechneranlage hat genauso viel gekostet wie die komplette Umsetzung der neuen Anwendung“, erklärt Boche. Neben der Kostenersparnis brachte der SQL Server zahlreiche weitere Vorteile, insbesondere im Bereich Benutzerfreundlichkeit und Offenheit gegenüber anderen Applikationen. So sind bereits Schnittstellen zu einem Workforce-Management-System geplant, welches die Aufträge der Monteure verwaltet, zu SAP und zum Netzinformationssystem NIS, in dem alle Kabelstrecken der Bewag verzeichnet sind. NTeam-Projektleiter Scherer dazu: „Mit dem SQL Server lassen sich die Schnittstellen relativ leicht realisieren”. Auch die Datenqualität der Betriebsmitteldatenbank hat sich wesentlich verbessert. „Da die Vorgängerlösung Freitexteingaben erlaubte, gab es oft unterschiedliche Schreibweisen für die gleichen Typ- und Herstellerbezeichnungen. Das erschwerte natürlich die Datenbankrecherche zusätzlich”, berichtet Boche. Durch die Bereinigung der Daten und die Erstellung neuer Masken mit vorgefertigten Auswahllisten entstand eine komplett neue, sehr komfortable Datenbanklösung. Für die Aufbereitung Für die Aufbereitung der Daten und die Erstellung von Datenblättern nutzte NTeam die Microsoft SQL Server 2000 Reporting Services. „Die neue Datenbanklösung ist viel transparenter als die alte und bei Auswertungen einfacher zu bedienen“, lobt Scherer. „Bei sich regelmäßig wiederholenden Analysen erhalten die Nutzer die gewünschten Zahlen sofort auf Knopfdruck.“

Anwender mit lesendem Zugriff können Informationen auch direkt im Tabellenkalkulationsprogramm Microsoft Office Excel 2003 verarbeiten und so eigene Verknüpfungen und Auswertungen erstellen. „Mit Hilfe der vorgefertigten Masken sind heute Auswertungen in wenigen Minuten zu realisieren“, sagt Boche. Kein Wunder, dass die neue SQL Server-Betriebsmitteldatenbank auch bei den Nutzern gut ankommt. „Wir konnten sogar auf spezielle Schulungen verzichten. Die Masken sind selbsterklärend aufgebaut, so dass man schnell damit zurechtkommt“, meint Boche.

Einfachere Administration

Mit der neuen Datenbanklösung haben sich nicht zuletzt Administration und Rechtevergabe entscheidend vereinfacht. Boche beschreibt dies so: „Früher beschäftigten sich rund 20 Leute in den Außenstellen mit Auswertungen und der Administration der Vorgängerlösung. Das war natürlich mit enormem Verwaltungsaufwand verbunden, um Zugriffsberechtigungen und Installationen zu koordinieren.“ Momentan betreut Projektleiter Boche das System nebenbei und erteilt auch Zugriffsberechtigungen – eine Übergangslösung, bis die Bewag darüber entschieden hat, ob die Datenbankadministration an einen externen Dienstleister vergeben wird. Die neue Datenbanklösung kommt im Unternehmen so gut an, dass der ursprüngliche Plan, sie bis Ende 2005 mit einer zentralen, integrierten Datenbank zu verschmelzen, auf Ende 2007 verschoben wurde.

Insbesondere die SAP-Anbindung der Betriebsmitteldatenbank trägt dazu bei, eine exakte Kostenverfolgung eines Betriebsmittels sicherzustellen. „Wir müssen jeden einzelnen Verteilerkasten und jeden Trafo je nach Zustand der Technik bewerten können“, erklärt der Bewag-Manager. Laut Energiegesetz müsse der Berliner Versorger schließlich nachweisen, welche Kosten durch die Instandhaltung der Betriebsmittel entstehen. Aber da ist die Bewag jetzt gut für die Zukunft gerüstet.

Die Kosten der Betriebsmitteldatenbank sanken stark. Die Nutzung wurde transparenter, Auswertungs- und Analysemöglichkeiten wurden vereinfacht. Der SQL Server erleichterte die Anbindung an andere Applikationen.
 

„Ein Monat Miete der alten Großrechneranlage hat früher so viel gekostet wie jetzt die komplette Umsetzung der neuen Anwendung.“

„Die neue Datenbanklösung ist deutlich transparenter und bedienerfreundlicher.“

 Thomas Boche, Projektleiter Betriebsmitteldatenbank, Bewag AG & Co. KG